«Schusswechsel in Saint-Denis – Zwei Tote nach Razzia»
Ihr erbärmliches und verabscheuungswürdiges Stück Scheiße. Ihr kotzt mich an. Habt ihr schon einmal daran gedacht, dass die Menschen, die ihr am Freitag getötet habt, nichts, aber auch absolut gar nichts damit zu tun haben, dass die französische Armee Angriffe in Syrien fliegt? Dass diese Menschen vielleicht Visionen, Träume, Pläne für ihre Zukunft hatten? Dass vielleicht gerade eben ein kleines Mädchen weinend zu Hause sitzt und immer noch auf seine Mutter wartet, die nie mehr heimkommen wird?
Nein, natürlich habt ihr das nicht. Oder ihr handelt gerade deswegen so, das spielt keine Rolle. In eurer verblendeten Ideologie ist kein Platz für rationale Gedanken. Oder logische Schlussfolgerungen. Ein Gewissen? Habt ihr nicht. Aber das braucht man ja auch nicht, solange man strunzdumm seinem Anführer folgen kann. Oder Gott. Schonmal eine Anweisung von eurem Gott bekommen, einen anderen Menschen zu töten? Ahja, ne, is klar… Vielleicht war’s doch eher euer schizophrenes Ich?
Aber Hauptsache ihr könnt ein Zeichen setzen. Könnt den Hass mitten in die Gesellschaft pflanzen. Aber der Hass, er wird niemals keimen. Jeder neue Schrecken lässt uns noch näher zusammenrücken. Zeigt uns, dass die Menschlichkeit stärker ist als jeder Terror. Wir werden wieder auf die Straße gehen, wir werden wieder lachend in unseren Cafés sitzen. Wir werden wieder Champagner trinken und Mandarinen essen. Wir lassen uns unsere Stadt und unsere Lebensfreude nicht nehmen. Schon gar nicht von euch, ihr widerlichen Kreaturen.
Ihr seid mit eurem Leben und eurer Situation unzufrieden? Vielleicht seid ihr in den Banlieues aufgewachsen oder seid einmal benachteiligt worden? Dann kämpft. Aber mit Worten. Und mit Liebe. Und mit Menschlichkeit. Auch wenn ich bei euch da wenig Hoffnung habe – versucht es doch einfach einmal. Glaubt mir, das klappt.