Walk with me.

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proche / Reflection

«So walk with me. Walk with me. Don’t let this symbolism kill your heart.
Walk with me. Walk with me. Just like we should’ve done right from the start.
Walk with me. Walk with me. Don’t let this fucking world tear you apart.»

Walk with me. Geh mit mir. Zusammen. Anne hat mich vor ein paar Tagen gefragt, was „wir denn am Wochenende vorhaben“. „Wir“, das ist etwas, das mir letzte Woche noch völlig fremd vorkam. „Ich“, ja, ich weiß, was ich am Wochenende geplant habe. Aber ich bin alleine. War alleine, denn jetzt bist du da. Das „Wir“ wächst. Ich denke nicht mehr „du schaffst das“, sondern ich denke „wir schaffen das“, weil ich dich nicht alleine lassen möchte. Ich sage zu Sara nicht mehr, „ich komme dich in Sommer besuchen“, ich sage „wir kommen dich im Sommer besuchen“.

Ich weiß nicht, wie es dir damit geht. Was du dazu denkst, was du dabei fühlst. Ich habe ein paar Vermutungen, aber ich weiß es nicht. Du bist so weit weg. Stockholm, das ist nur eine Woche, aber diese Woche zieht sich wie Kaugummi und es ist erst Dienstag. Meine Freunde meinen oft, dass ich mich in solche Sachen zu sehr reinsteigere. Dass ich mich viel zu stark an meinen Gefühlen festklammere. Dass ich übertreibe.

Und dann bekomme ich von dir Nachrichten wie „wir müssen unbedingt noch einmal die Crêperie besuchen“. „Ich lass mir von dir gerne noch einen Kaffeeladen zeigen“. Du möchtest in ein marokkanisches Restaurant und lädst mich nicht einmal dazu ein, nein, du gehst einfach schon davon aus, dass wir da zusammen hingehen. Das ist wunderschön.

Du bist gerade mit deinen Freunden in Stockholm. Nur ein paar Tage, also hast du ein volles Programm, Nobelpreisvorlesungen, Stadtbesichtigung, gemeinsame Essen, Party. Du hast jetzt, in diesem Moment, wirklich tausende Dinge besser zu tun, als dich mit mir zu beschäftigen. Und was machst du? Du schreibst mir. Du schickst mir Bilder. Du fragst mich, wie mein Tag war, und du erzählst von deinem. Du sagst, dass du mich vermisst.

Ich vermisse dich unglaublich. Du fehlst mir. Ich hätte letzten Freitag am Flughafen niemals gedacht, dass es so schwer ist, eine ganze Woche ohne dich auszuhalten. Dabei habe ich genügend zu tun, muss für meine Klausur lernen, habe Einladungen zu Märkten und Kinobesuchen. Und trotzdem würde ich dich am liebsten jetzt in meinen Armen halten. Dir nahe sein.

Ehrlich gesagt habe ich heute Anthony und Jérémy von dir erzählt, nicht viel, aber zumindest dass es dich gibt. Das Wichtigste war aber, glaub ich, dass ich dabei gelacht habe. Egal, wie stark es draußen geregnet hat, egal, wie grau der Himmel wirklich war – ich habe gelächelt. Gelächelt, wenn ich ein Foto von dir bekommen habe. Gelächelt, wenn nur ein Satz von dir auf dem Display erschien. Gelächelt, weil ich einfach einmal kurz an dich gedacht habe. Weil ich weiß, dass du da irgendwo draußen bist. Ich freu mich auf Freitag.

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