„Die Welt steht zu Beginn des Jahres 2018 an einem gefährlichen Abgrund.“ (Sigmar Gabriel, 17. Februar 2018)
Abgrund? Die Welt? Wir? Hab ich da etwas verpasst? Und, by the way, der Blog lebt noch?
Um mit dem Letzten anzufangen: Ja, das tut er. Und die Welt auch. Noch? Oder ist das bald auch vorbei?
Vielleicht ist es durchaus als symbolisches Zeichen zu verstehen, dass ich hier den ersten Beitrag seit dem 09. November 2016 schreibe. Der erste Beitrag nach dem fassungslosen Entsetzen einer Wahlnacht, in der Donald Trump zum mächtigsten Menschen auf der Welt gewählt wurde. In der die Worte „Text folgt.“ nur ein kurzer Platzhalter sein sollten, bevor diese Gefühlswelt in klare Worte gefasst wird. Und jetzt? Nach über einem Jahr, in dem ich zwar natürlich viel nachgedacht, aber doch nichts aufgeschrieben habe. Nach über einem Jahr, in dem sich politisch und gesellschaftlich doch einiges getan hat, in dem die Zukunftsaussichten ungewisser geworden ist und sich das „Das kann doch einfach nicht war sein“-Gefühl aus der US-Wahlnacht in eine Stimmung der Gewöhnung verwandelt hat.
Und, stehen wir jetzt wirklich vor einem Abgrund? Ich schwanke da ein bisschen. Einerseits sehe ich Entwicklungen, die ich überhaupt gar nicht sehen möchte, die mir Angst machen. Und andererseits merke ich, wie die Empörung um sich greift, eine abstrakte Zukunftsangst, die in ein Einigeln und ein Abschotten resultiert und bei der man sich fragen muss, ob das überhaupt noch viel mit der Realität zu tun hat oder wir uns nicht alle ein bisschen zu sehr hochschaukeln. Deshalb habe ich als Titel für dieses Comeback auch „Absprung.“ gewählt. Warum? Nun ja, was macht ein Fallschirmspringer, ein Paraglider oder ein Basejumper vor dem Absprung? Hat er Angst? Bestimmt. Aber er zieht sich nicht zurück, krabbelt nicht den Berg wieder herunter und zieht sich zu Hause die Decke über den Kopf. Er springt ab. Und bestimmt nicht immer in eine Katastrophe.
Keine Ahnung, ob diesen Blog jemals mehr als drei Leute lesen. Keine Ahnung, ob das irgendetwas bringt. Aber er wird jetzt wiederbelebt, basta – und ja, es wird sich wohl seine Ausrichtung ein wenig ändern. Mehr Politik, mehr Gesellschaft, weniger Gefühlsduselei. 2017 war viel Persönliches los, 2018 wird sich mal wieder mehr um die Welt gekümmert. Mal sehen, wie sich das entwickelt.